Dein letztes Buch

Bücher, Zeitschriften, Brett- und Kartenspiele

Beitragvon Dr. Zoidberg am 2. September 2012 17:08

Ja, sind sie denn nun so "schockierend", wie manche Leute sagen, oder eher (wie ich anderswo gelesen hab) "Pornographie von Leuten die keine kennen für Leute die keine kennen, aber gerne welche lesen würden"? ;)

Mein letzter Roman war ein sehr schöner, nämlich der hier:

Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón

Barcelona liegt in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg unter einer bleiernen Schwere begraben - zwar hat das Land nicht aktiv am Krieg teilgenommen, wurde dafür aber auch nicht von der Diktatur Francos befreit.
Im Leben des jungen Daniel, eines Halbwaisen, spielt dies erstmal noch keine große Rolle, vielmehr vermisst er seine verstorbene Mutter. Eines Tages nimmt ihn sein Vater, ein Buchhändler mit zum Friedhof der vergessenen Bücher, einer geheimnisvollen Einrichtung, in der er sich ein einziges Buch aussuchen darf.
Auf gut Glück entscheidet er sich für "Der Schatten des Windes", das Werk eines gewissen Julian Carax, eines wenig erfolgreichen, obskuren Schriftstellers. Im Lauf der folgenden Jahrzehnte soll dieser spontane, zufällige Griff ins Bücherregal Daniels Leben prägen wie keine zweite Entscheidung. Denn Julian Carax' Erbe ist ein blutiges, das Barcelona noch Jahrzehnte nach seinem Verschwinden in Atem hält...

Ein durch und durch spannendes Buch, das man zeitweise gar nicht aus der Hand legen kann. Neben den interessanten Einblicken in eine mir kaum bekannte Zeit (Barcelona vor, während und nach dem Spanischen Bürgerkrieg) und der Liebeserklärung ans geschriebene Wort bietet das Buch vor allem klassische Tugenden eines Abenteuerromans, nämlich eben Spannung, ausschweifende Handlung und interessante Charaktere.
Kann ich wirklich nur weiterempfehlen :upup: - leider hab ich das Buch erst nach meiner Reise nach Barcelona gelesen, umgekehrt wäre es sicher sinnvoller gewesen. Aber ich komm ja hoffentlich noch mal in diese wunderschöne Stadt. ;)
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Beitragvon Joey am 2. September 2012 19:44

Dr. Zoidberg hat geschrieben:Ja, sind sie denn nun so "schockierend", wie manche Leute sagen, oder eher (wie ich anderswo gelesen hab) "Pornographie von Leuten die keine kennen für Leute die keine kennen, aber gerne welche lesen würden"? ;)


Also schockierend find ich sie nicht - ist halt einfach mal ein Tabu-Thema, wobei ich find dass die meisten Szenen echt nicht so arg sind ;)
Bin jetzt bei Teil 3 - Fifty Shades Freed - und ich find Teil 2 war schon um einiges weniger "schräg" was den BDSM- Inhalt angeht...ich glaub dass vor allem dieser "Vertrag", den er ihr im ersten Teil anbietet ein großes Tabu ist und das was v.a. den Feministinnen so aufstößt..
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Beitragvon Paradigma am 27. September 2012 17:20

Ich bin derzeit voll aufgrund dieses ganzen Trachtenlandidyllehypes auf Antiheimatromane eingestellt :D

Ich kann echt das Buch Blasmusikpop von Vea Kaiser empfehlen! Und noch dazu folgendes Graphic Novel (gibts zum Beispiel in der Buchhandlung König im MQ)

Hühner, Porno, Schlägerei- Deutsche Dorfgeschichten
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Beitragvon gameaddict am 28. September 2012 08:48

Habe zuletzt von Ingrid Noll "Über Bord" gelesen. Ihre Bücher mögen zwar nicht sehr anspruchsvoll sein, ich mag aber ihre Ausdrucksweise und die Art wie die Protagonisten fast zufällig zu Mördern werden. Genauso geschieht der Mord bei ihrem neuesten Buch rein zufällig, diesmal auf einer Kreuzfahrt, also werden auch einige touristische Hafenregionen beschrieben. Alles in Allem ist das neue Werk von Ingrid Noll ein kurzweiliger Krimi der gute Laune verbreitet. Nicht zuletzt, weil es neben dem Mord auch um das harmonische Aufeinandertreffen der Generationen und mehr oder weniger dunkle Familiengeheimnisse geht :upup:
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Beitragvon Papilio am 28. September 2012 14:57

Dr. Zoidberg hat geschrieben:Ja, sind sie denn nun so "schockierend", wie manche Leute sagen, oder eher (wie ich anderswo gelesen hab) "Pornographie von Leuten die keine kennen für Leute die keine kennen, aber gerne welche lesen würden"? ;)


Also, ich hab mich jetzt durch 1,5 Bücher davon gequält und ich muss ehrlich sagen: Das war das absolut Schlechteste, was ich jemals gelesen habe. Nicht nur, dass es stinklangweilig ist, geht mir nach 10 Seiten "die innere Göttin" total auf die Nerven, die Liebesgeschichte von den beiden ist sowas von vorhersehbar und permanent war ich an etwas erinnert, konnte aber nie zuordnen wieso. Jetzt hab ich gelesen, dass dieses Buch eigentlich eine Fanfiction ist und zwar von den Twilight Romanen und jetzt, als ich zum 2. Teil kam, macht sich das so stark bemerkbar, dass ich mich einfach nur mehr über den (zugegeben erfolgreichen) Ideenklau nur ärgere.

Dazu kommt: Der Schreibstil ist schlecht, die Geschichte ist schlecht, der Hype völlig übertrieben und für mich absolut nicht nachvollziehbar. Und ganz nebenbei: Diese angeblichen SM Spielchen verführten mich zu lauterem Gelächter, ... das ist so geschrieben, als würde ein 10 jähriges Kind einen Aufsatz schreiben, das kann man einfach nicht ernst nehmen. Ich weiß nicht, wie oft das Wort "innere Göttin" vorkommt, aber so oft, dass ich beim Lesen Aggressionen bekomme. Und ständig dieses "Oh, Ana" ... brrrrrrr, jetzt weiß ich, meine Kinder bekommen nie diesen Namen, ich kann ihn einfach nicht mehr hören :D

Ich war nicht auf das gefasst, was ich zu lesen bekam. Ich hab den Hype nicht so richtig mitbekommen, wußte nicht, worum es geht und bekam die Bücher.

Jetzt hab ich das 2. Buch in eine Ecke gepfeffert und widme mich wieder dem "Spiel des Engels" von Zafon (ein guter Tipp für dich, Dr. Zoidberg, auch wenn mir persönlich "Der Schatten des Windes" besser gefiel).
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Beitragvon Dr. Zoidberg am 12. Oktober 2012 10:46

Mein letztes Buch war mal wieder ein Sachbuch, und zwar nach dieser Empfehlung vom Standard.

Stephen Greenblatt - The Swerve: How the World Became Modern

Auf knapp 250 Seiten stellt der Autor die zufällige, aber folgenreiche Wiederentdeckung des verloren geglaubten philosophischen Werkes De rerum natura von Lucretius durch den Papstsekretär Poggio im Jahr 1417 dar. Neben einer eindrucksvollen Schilderung des Lebens knapp vor Beginn der Renaissance und der beeindruckenden Karriere Poggios, der es durch Zufall und Geschick aus einer eher ärmlichen Lage zu einem Mann von Ansehen und Reichtum brachte, bemüht sich Greenblatt, den Epikureismus an sich darzustellen, und versucht zu zeigen, wie der Kontakt mit dem antiken Werk zahlreiche Künstler, Politiker und Wissenschaftler inspirierte und sogar mithalf, die Moderne einzuläuten.

An und für sich war das Buch ganz okay, an vielen Stellen wirkte es halt doch zu oberflächlich, manchmal auch spekulativ. Auch kann sich der Autor nie recht entscheiden, ob er nun eine Poggio-Biographie, ein Bild der damaligen Zeiten oder doch lieber eine kleine Abhandlung über Epikurs Ideen schreiben möchte. Gerade die Wirkungsgeschichte kommt ein wenig kurz, gerade da hätte ich mir bei dem Untertitel mehr erwartet.
Was jedoch sehr eindrücklich geschildert wurde, war die große Gefahr, in der das Buch (gemeinsam mit vielen anderen antiken Werken) das ganze Mittelalter über schwebte, gänzlich verloren zu gehen (ein Schicksal, das ja vielleicht 90% der antiken Literatur ereilte).
Dr. Zoidberg
 

Beitragvon gameaddict am 15. Oktober 2012 10:06

Hab gerade "Eat Pray Love" von Elizabeth Gilbert gelesen. Das Buch wurde bereits verfilmt mit Julia Roberts in der Hauptrolle.

Der Titel des Buches ist Programm. Die Autorin beschäftigt sich nach einer Lebenskriste mit essen (in Italien), beten (in Indien) und mit lieben (auf Bali) und versucht so ihre innere Balance wiederzufinden.

Habe die deutsche Version gelesen, die auf amazon schlechte Rezensionen wegen Übersetzungsfehlern bekommen hat. Fand das deutsche Buch aber trotzdem sehr gut, ein paar Lebensweisheiten kann man schon ableiten. Am interessantesten fald ich den Teil des Buchs in dem es um's Beten geht. Da wird nämlich der Alltag in einem Ashram beschrieben.
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Beitragvon base am 19. Oktober 2012 12:21

Hier ist mein letztes Buch:
Krieg, stell dir vor er wäre hier

Habe es mir in der Bücherei geholt, weil mich das Aussehen (wie ein Reisepass) neugierig machte!

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, und bringt einem die aktuellen Geschehen mal aus einer ganz
anderen Perspektive vors Auge. Kurzweilig, aber richtig schön gestaltet und gut durchdacht!

Ausserdem macht es mich neugierig auf das Werk von Janne Teller, welches vor diesem Buch im gleichen Verlag erschienen ist. Nichts: Was im Leben wichtig ist
Hat das schon jemand hier gelesen?
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Beitragvon Paradigma am 25. November 2012 10:59

Rainer Nikowitz- Volksfest

Rainer Nikowitz vom Profil hat einen Kriminalroman geschrieben und wer von euch auf seine Kolumnen im Profil steht, der wird von dem Buch gewiss nicht enttäuscht werden. :)
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Beitragvon base am 29. Dezember 2012 09:43

Mein letztes Buch: Bascha Mika - Die Feigheit der Frauen - C. Bertelsmann

Dieses Buch habe ich mir schon vor 2 Monaten aus der Bücherei geholt, wo ich gerade einen riesen Schwung an Literatur bezüglich Selbstständig machen / Selbstmarketing / Frauen-Power etc. geholt hatte. So viel dass mich der Stapel dann im Endeffekt total überforderte und lange einfach so neben meinem Bett stand.
Kurz vor dem Rückgabetermin machte ich einfach kurzen Prozess und las in jedes Buch ein wenig hinein, wobei 80% ausschieden und der Rest verlängert wurde. Vor 4 Tagen dann endlich nahm ich "Die Feigheit der Frauen" in die Hand und konnte es garnicht mehr weglegen. Ich las jeden Tag 50-60 Seiten und schwupps war ich durch!

So ein spannendes Buch - das sollte jede Frau lesen! Ich habe die Rolle der Frauen in der Gesellschaft vorher noch nie so klar gesehen. Es ist auch schwierig es kurz zusammenzufassen aber ich probier's mal: Es geht darum dass wir Frauen ja heutzutage eigentlich gleichberechtigt sind / sein könnten, aber in manchen Bereichen treten wir trotzdem freiwillig zurück und ordnen es unter, weil es immer schon so war.

Einen großen Teil des Buches nimmt das sezieren der Mutterrolle in Anspruch, und die Tatsache dass die meisten Frauen - wenn sie auch noch so qualifizierte Karrieren hingelegt haben - ab dem Zeitpunkt wo sie Mutter werden ihre eigenen Möglichkeiten in den Sand setzen. Damit ist gemeint dass sie - falls sie zurück zum Beruf kehren, dann nur in Teilzeit, und häufig in Beschäftigungen die unter ihrer Qualifikation liegen.

Es sind jede Menge Quellenangaben vorhanden, und auch interessante Statistiken. Ich hoffe ich habe es mir richtig gemerkt - aber es war ungefähr so: Von den Frauen die ein unter 18jähriges Kind im Haus haben arbeitet nur ein Drittel.
Weiters: Von diesen arbeitenden Müttern arbeiten zwei Drittel in Teilzeit.

Wisst ihr was das bedeutet? Wir Frauen sind an die Männer gebunden, und verzichten somit auf unsere Selbstständigkeit / Absicherung. Eine Beziehung kann auch zu Grunde gehen, und dann hat man garnichts mehr - kein Geld, keine Rente, kein nichts! Und Staatlich wird das unterstützt - weil keiner aufsteht und auf den Tisch haut! Nicht mal für 30% aller Kinder im Land gibt es Krippenplätze!

Und das sind keine Lügen, das ist Tatsache! Ich weiss ja selber wie es damals bei mir war: Ich habe nach 2 Jahren Karenz gekündigt - weil ich keinen Kinderbetreuungsplatz hatte!

Das Buch sagt jetzt nicht "alle Frauen Frauen, weg vom Kochtopf", aber es betont doch dass man die Situation sowie die Vor- und Nachteile einmal genauer in Augenschien nehmen soll. Und sich die Tatsache vor Augen halten soll dass man nicht Opfer sondern Mittäterin ist, denn schliesslich fügt man sich in dieses System wehrlos ein.

Und es geht nicht nur um Mütter / zukünftige Mütter, sondern auch die Frauen allgemein, wie sie sich in Beziehungen verhalten (oft unterordnen / als dem-Mann-den-Rücken-stärkender Teil sehen etc.)

Man soll die eigene Rolle und das Rollenverhalten hinterfragen und vielleicht hier und da wieder ein wenig Kampfeslust entwickeln.

Yeah! Frauenpower!
SUPERTOLLES BUCH!!!!!

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