Der erste Job und die Ernüchterung

Schule, Studium und Karriere

Beitragvon gameaddict am 12. Mai 2009 20:21

Der erste Vollzeitjob verändert angeblich das Leben. Man hat weniger Freizeit, muss jeden Tag früh raus, die Freiheit scheint ein für alle Mal vorbei zu sein.

Außerdem ist der Job, zu dem man ausgebildet wurde auch nicht immer so wie man ihn sich in seinen Träumen vorgestellt hat. Man muss sich vielleicht gegeben Strukturen im Unternehmen unterwerfen, davon eigene Ideen umzusetzen kann man vielleicht sogar langfristig nur träumen. Auf die Euphorie über die erste Arbeit folgt manchmal leider auch eine unangenehme Ernüchterung. Wie ist es euch bei eurem ersten Job ergangen? Hat euer Traumjob auch in der Realität bestanden? Oder habt ihr euch erst gar nicht für einen Traumjob entschieden, weil der eher düstere Berufsperspektiven versprochen hat.
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Beitragvon the observer am 14. Mai 2009 18:52

Ad gameaddict , der erste Vollzeitjob.
An einen Traumjob habe ich eigentlich anfangs nie gedacht. Ziel war ein technischer Beruf. Es folgte eine entsprechende Ausbildung und ein adäquater Job. Als newcomer in einem Betrieb steht man dann in der Regel vor ganz anderen Herausfoderungen. Wie kommt man bei den jüngeren oder älteren, bereits etablierten Kollegen an? Werde ich von einigen als Konkurrenz gesehen. Wie steht der Chef zu mir? Dann muss man auch nach den Fettnäpfchen, Stolperdrähten und Fallgruben Ausschau halten, die es auch überall gibt. Ja und wenn man ein wenig Glück hat, stellt sich später auch der Traumjob (in einem gewissen Rahmen) ein.
Aus meinem engeren u. weiteren Kollegenkreis kann ich noch mit zwei Beispielen zum Thema Traumjob aufwarten. Dr. S. Archäologe hat sein Traumstudium abgeschlossen. Auch seinem Traumjob konnte er nachgehen. Das Pech war nur, dass an seinem Institut kein Planposten frei war. So mußte er mit einem untergeordneten Posten vorlieb nehmen. Nichts änderte sich. Traumjob hin oder her. Dr. S. wechselte den Dienstzweig. Nach einer entspr.
Ausbildung fand er im techn. Bereich, bei akzeptabler Einstufung Verwendung. Der andere Kollege aus meiner Sparte hatte anderes im Sinn. Traumjob als Moderator u. Diskussionsleiter. Den Verantwortlichen des Medienunternehmens erklärte er,dass er der geeignete Mann für einen solchen Job wäre. Er wurde einer der bekanntesten u. angesehensten Leute auf diesem Gebiet.
Lehre hinsichtlich Traumjob: Es kommt anders als man denkt und mit der nötigen Motivation u. entspr. Einsatz kann man alles erreichen. :)
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Beitragvon Ece am 15. Mai 2009 09:32

Ein Traumjob war mein erster Job nicht, ich war froh überhaupt einen Job zu bekommen, ich hätte nicht gedacht, nach der FH drei Monate lang Job zu suchen, weil uns ständig versprochen wurde, wir hätten quasi alle schon einen Job in der Tasche. :rolleyes:

Und Vollzeit zu arbeiten war für mich am Anfang schon sehr mühsam, es war schon Richtung Herbst, und ich war ständig müde und das permanente Sitzen am Schreibtisch gar nicht gewöhnt. Das erste halbe Jahr war ich total fertig.

Viel länger war ich in dem Job auch nicht, da ich zwei Vorgesetzte hatte, die meistens zu unterschiedlichen Zeiten anwesend waren und mir ständig unterschiedliche Anweisungen gegeben haben und sich dann an mir abgeputzt haben, wenn sie sich nicht gerade gestritten haben. Von meiner FH Klasse waren auch noch drei oder vier andere Leute in dieser Firma, und auch die waren alle relativ bald wieder weg, insofern trauere ich meinem ersten Job überhaupt nicht nach.

Aber es war schon ein Schock, wie anders das Vollzeit arbeiten ist, obwohl ich studiert habe, immer Ferialpraktika hatte oder auch längerfristiger während dem Studium wo ausgeholfen habe. Von jemandem, der nebenbei studiert wird einfach etwas komplett anderes erwartet, als wenn man 40 Stunden in der Woche verpflichtet ist.

observer kann ich zustimmen, es kommt oft sehr anders als man denkt und ohne den entsprechenden Einsatz wird es mit einem Traumjob vermutlich nie etwas werden.
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Beitragvon heuberg am 15. Mai 2009 15:34

Mein erster Vollzeit Job war naja...in einer Phase meines Lebens wo ich nicht so recht gewußt was ich als nächstes tun könnt, war dann beim Mäci :D

Traumjob, najo ;) Sagen wir mal so es war eigentlich trotz eines dikatorischen Regimes ganz witzig. War der einzige Österreicher dort, meine "Vorgesetzten" hatte ich bald alle um diverse Finger gewickelt, da ich ihnen meistens den TAgesabschlussbericht ausgedeutscht habe ;)

Insgesamt hatte ich ein angenehmes Leben dort, Bezahlung hat für die Arbeit gepasst, Hirn hat man nicht wirklich gebraucht. Lästig waren die Samstage bei Rapid Heimspielen, besoffene Fußballfans sind leider ziemlich öd. Da gabs aber zum Glück eigentlich immer Unterstützung von Seiten der Polizei.
Mitarbeiter waren eigentlich bis auf Ausnahmen alle ziemlich ok, hatten die meiste Zeit wenn Papa und Mama (liebevolle Bezeichung des franchise-nehmenden Ehepaars) nicht anwesend waren unsren Spaß. Höhepunkte waren da wohl die MultiKulti-Parkplatz-Kickerl am Wochenende nachm Hausmeisterdienst. Fr und Sa hatte der Hausmeister seine freien Tage, =>Mitarbeiter blieben länger zum wischen ;) Danach gabs dann gelegentlich ein Kickerl um 4 in der Früh. Mannschaften bestanden aus nem Perser, Türken, Russen und meiner WEnigkeit, war jedesmal ziemlich nett :D

Traumjob wars definitiv nicht, aber zum überelben hats gepasst, Traumjob startet nächten März oder April :)
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Beitragvon gameaddict am 31. August 2009 10:01

machu picchu hat geschrieben:Traumjob wars definitiv nicht, aber zum überelben hats gepasst, Traumjob startet nächten März oder April :)


Und was ist dein Traumjob wenn ich fragen darf? :love:

Gibt's noch aufregende erste-Job Geschichten?
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Beitragvon pna am 22. September 2009 15:28

Ich war stolz auf meinen ersten Job. Ich lernte als 15jähriger Tischlerei und hatte Spaß an der Arbeit. Und ich war stolz, mein eigenes Geld zu verdienen. Selbst, dass ich jeden Wochentag um 04:45 aufstehen musste, machte mir nichts. Ich sah diese Uhrzeit immer ein wenig als privilegierte Uhrzeit: Wenig Leute auf der Straße, man hat die Stadt für sich ... Also ich kann nicht klagen :-)
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Beitragvon base am 15. Juni 2014 10:54

Mein erster Job war direkt in dem Unternehmen wo ich die Lehre gemacht hab. Ich hab in unterschiedlichen Abteilungen gelernt was ich beruflich mag, und wo ich mich nicht wiederfinden möchte.

Ich musste z.B. einen Turnus in einem produzierenden Werk verbringen und Fließband-mäßig Kühlkörper auf Platinen anbringen etc. Das hat mich buchstäblich krank gemacht.

Auch überwiegen für mich seither die Nachteile großer Konzerne, da ich ein sehr kreativer Mensch bin, mich gerne einbringe und Abläufe optimieren will, und da sind einem durch Hierarchien (zumindest wenn man keine Führungsposition hat) ziemlich die Hände gebunden.

Und dieses Scheuklappen-mäßige (jeder macht nur genau seinen Kram und fühlt sich für alles andere nicht zuständig) find ich auch frustrierend. Bürokratie und so. Ich blicke lieber über den Tellerrand.

Nur aufgrund sozialer Leistungen (familienfreundlichere Arbeitsmodelle, sicherere Jobs, Dienstwägen, Sozialleistungen etc.) liebäugele ich manchmal doch mit Stellenanzeigen großer Konzerne. Ist aber auch schwer reinzukommen wenn man keine Connections hat.
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Beitragvon Ece am 15. Juni 2014 12:07

base hat geschrieben: Ist aber auch schwer reinzukommen wenn man keine Connections hat.


Das stimmt so nicht, ich habe viele Jahre in Gross- bzw. Weltkonzernen verbracht und hatte nie Connections, genausowenig wie meine Kollegen, die dort gearbeitet haben. Connections brauchst du zwar sicher, wenn du in die Vorstands-, Geschäftsführungs oder oberste Managementebene einsteigst, aber das ist so und so unrealistisch, da kommt man unter normalen Umständen eh nie hin.

Was das reinkommen vielleicht erschwert ist, dass in Weltkonzernen Studium Voraussetzung war, und zwar egal für welche Stelle. Ich würde mich aber trotzdem bewerben für Stellen die passend sind, denn wenn man das nicht tut, wirds sicher nichts.

Man kann auch in grossen Konzernen kreativ sein und Abläufe optimieren, aber man muss das sehr geschickt machen, noch mehr als kreative Ideen und Lösungsansätze braucht man hier viel soziales Geschick und Fingerspitzengefühl.
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Beitragvon base am 15. Juni 2014 16:44

Jetzt schwing mal keine Reden, du warst genauso schon arbeitssuchend! ;)
Und ja - ich will nicht von unten starten. Ich bin aktuell in einer Führungsposition, und das ist auch ganz effektiv so.
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Beitragvon Ece am 15. Juni 2014 19:19

Ja und? Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?

Wie auch immer, ich wollte dir nur Mut zusprechen, wenn das bei dir als Reden schwingen ankommt lass ichs lieber bleiben, dazu ist mir meine Zeit zu schade.
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