Ökostromanbieter in Österreich, Deutschland und der Schweiz

"Nicht die Politik ist das Schicksal, sondern die Wirtschaft."

Beitragvon Ece am 15. März 2009 12:50

@Linnis: Wie hast du die Mehrkosten errechnet und mit welchem Anbieter? Oder hast du dir beide Anbieter ausgerechnet?

@ad.dict: Das man Strom nicht einfach auseinanderschnippeln kann ist mir schon klar. ;) Deshalb meinte ich eben, ein Wechsel zu einem Ökostromanbieter ist eine Investition in die Zukunft, auch weil dann in diese Bereiche mehr Geld durch die betreffenden Anbieter für Forschung und Entwicklung investiert werden kann.

Wien Energie zum Beispiel ist wie oben erwähnt der grösste Atomstromimporteur Österreichs, und als deren Kunde investiert man hier natürlich genau in die Richtung. Einen Ausstieg aus Atomstrom kann man auf diesem Weg kaum erreichen.

Ich hab mir das mal schnell ausgerechnet, 70 Euro im Jahr sind nicht mal 6 Euro im Monat, leisten könnte ich mir den Umstieg auf jeden Fall.
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Beitragvon Papilio am 15. März 2009 12:55

Ece hat geschrieben:
Wie habt ihr die 70 bzw. 100 Euro berechnet?


Bei mir sind es sogar über 100 Euro - errechnet hab ich das auf der AK Seite mit einem "STromrechner". Es gab sogar viel billigere als Wien Energie - hab mir da aber dann nicht näher angesehen. Ökostrom war - für mich - das teuerste.

Ich habe auch nicht damit gerechnet, dass ich billiger davon komme, gleichbleibend oder geringfügig teurer wäre mir egal, da würde ich wechseln. Aber mehr als 100 Euro im Jahr mehr zu zahlen bin ich nicht bereit, auch wenn du das aufs Monat rechnest. 100 Euro oder mehr ist bitte nicht wenig Geld.
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Beitragvon Ece am 15. März 2009 13:04

Die AKWien Seite funktioniert bei mir nicht, kannst du vielleicht den Link posten? Meinst du mit Ökostrom die Ökostrom AG oder alle Ökostrom-Anbieter?

Mir ist schon klar, dass 100 Euro nicht wenig Geld sind, genauso wie 70 Euro. Ich glaube auch nicht, dass jemand leichtfertig eine solche Summe Geld aus dem Fenster werfen würde. Ich persönlich stelle mir in dem Fall eben immer die Frage ob ich es mir leisten kann - denn das ist mal das wichtigste und im meinem Fall kann ich das bejahen - und dann ob ich es mir leisten will. Und das ist in meinem Fall auch so.

Diese Fragen muss sich natürlich jeder für sich selber stellen, die kann einem natürlich immer nur man selber beantworten.
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Beitragvon Linnis am 15. März 2009 14:13

Ece hat geschrieben:@Linnis: Wie hast du die Mehrkosten errechnet und mit welchem Anbieter? Oder hast du dir beide Anbieter ausgerechnet?


ich u. a. hier verglichen:
http://tarifkalkulator.e-control.at/tar ... TKStart.do

Wenn ich umsteigen würde, dann auf http://www.aae.at/html/frames.html

Was uns abschreckt neben den € 70,00 mehr pro Jahr ist die 12-Monate-Bindefrist. Da mein Partner momentan noch keine fixe Anstellung hat, ist uns das geldmäßig etwas zu gewagt.
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Beitragvon Dr. Zoidberg am 15. März 2009 18:00

Ece, ich würde gerne mal von dir (oder auch gerne von jemand anderem) wissen, wie z.B. ein Land wie Japan, das extrem dicht besiedelt ist, keine größeren Flüsse oder Biomassevorkommen hat und viel zu wenig Platz für Photovoltaik oder Windfarmen, seinen Energiebedarf ohne Atomkraft decken soll.
Versteh mich nicht falsch, mir wäre eine atomkraftfreie Welt auch am liebsten (aber hauptsächlich wegen dem ungelösten Endlagerungs-, als wegen des Sicherheitsproblems), aber so einfach, wie sich manche Leute das vorstellen, ist es nicht.
Auch Österreich, dass ohnehin schon mit seinen vielen, nutzbaren Flüssen gesegnet ist, käme ohne Stromimport für die Speicherkraftwerke nicht aus. Zwar gibt es (sehr tolle) Initiativen wie diese eine energieautarke Stadt im Burgenland (war es Güssing), aber leider funktioniert das nur im ländlichen Gebiet, Wien so zu versorgen ist leider nicht möglich.
Es ist ein leichtes, von anderen Staaten, die gar nicht wie wir die natürlichen Möglichkeit haben, so viel erneuerbare Energie zu produzieren, dies einzufordern bzw. deren Vertrauen in die Atomkraft zu kritisieren, aber mit den heutigen Mitteln ist Ökostrom eher ein Nischenangebot - das kann man ausbauen (Kleinwasserkraftwerke, Photovoltaik, Windräder, zusätzlich auch Tidenhubkraftwerke), aber bald sind hier Grenzen erreicht: finanzielle Grenzen bei der Photovoltaik, die eine sehr hohe Rohstoffkosten mit sich bringt (und deren Herstellung glaub ich auch nicht gerade umweltfreundlich ist), Platz- und landschaftsschützerische Grenzen bei der Windkraft, Umweltschützerbedenken bei so ziemlich jedem Wasserkraftwerk, auch die Biomasse ist nicht immer unbedenklich - wenn die Nachfrage weiter steigt, reichen die in Sägewerken anfallenden Hackschnitzel lange nicht mehr und erst recht müssen Wälder gerodet werden.

Ich will Ökostrom nicht verteufeln, sondern hier eben die natürlichen Grenzen aufzeigen. Ich glaube es ist de facto nicht möglich, Österreich oder gar Europa jemals mit den genannten Energieformen vollkommen zu versorgen, vor allem wenn man den wachsenden Energieverbrauch mitbedenkt.
Ein Ausbau und eine Förderung der alternativen Energien, gemeinsam mit wirksamen Energiesparmaßnahmen (!!) sowie eine großzügige Unterstützung von ITER (auch wenn's da manchen Leuten die Nackenhaare aufstellt, weil das über EURATOM finanziert wird), finde ich da noch am besten.
Dr. Zoidberg
 

Beitragvon Martin am 15. März 2009 22:46

Dr. Zoidberg hat geschrieben:Ece, ich würde gerne mal von dir (oder auch gerne von jemand anderem) wissen, wie z.B. ein Land wie Japan, das extrem dicht besiedelt ist, keine größeren Flüsse oder Biomassevorkommen hat und viel zu wenig Platz für Photovoltaik oder Windfarmen, seinen Energiebedarf ohne Atomkraft decken soll.

Technisch ist das überhaupt kein Problem! So lange Energie so billig ist, wie sie ist, besteht nicht genug Anreiz auf alternative Energieformen auszuweichen. Es ist leider so, dass in der Regel die wirtschaftlichen Interessen den anderen überwiegen. In den letzten Jahren wurden weltweit viele Gaskraftwerke gebaut die in der Anschaffung sehr günstig sind und sich nach fünf Jahren Stromproduktion schon amortisiert haben. Diese Kraftwerke haben eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Die Investitionskosten eines Flusskraftwerkes hingegen haben sich erst nach 50 Jahren amortisiert. Diese Kraftwerke haben eine Lebensdauer über 100 Jahre. Wen Interessiert es, dass seine Enkelkinder von dem Geld profitieren, das man jetzt investiert hat?
Sonnenenergie liefert den 2850-fachen, Erdwärme den 5-fachen, Wasserkraft den 3-fachen, Biomasse den 20 fachen und Windenergie den 200 fachen Weltenergiebedarf. (Quelle http://www.unendlich-viel-energie.de)

0,3 Prozent der verfügbaren Wüstengebiete in Nord-Afrika genügen um Strom und Wasser für Europa und die betreffenden afrikanischen Länder zu erzeugen. (Quelle Wikipedia)

Wenn in Österreich das Gas aus Russland und das Öl aus den arabischen Emiraten kommt warum sollte es nicht möglich sein auch dichtbesiedelte Länder wie Japan mit erneuerbarer Energie zu versorgen? Wenn in vielen Jahren (oder Jahrhunderten) Öl und Gas knapp werden und die Preise dementsprechend hoch sind werden unsere Nachfahren sicher mitbekommen haben, dass manche Energieformen unbegrenzt vorhanden sind und nur angezapft werden müssen.
Natürlich kann man nicht jede Form von Alternativenergie überall sinnvoll und umweltverträglich einsetzen, aber wenn der Wille (sprich der finanzielle Anreiz) da wäre, dann kämen wir sicher auch ohne AKW und ohne Gas- und Kohlekraftwerke aus. Wenn man zum Beispiel alle Lärmschutzwände von österreichs Autobahnen mit Solarzellen bestücken würde könnte man einen nennenswerten Strombedarf mit Solarenergie decken ohne die Umwelt in irgendeiner Art und weise negativ zu beeinflussen.
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Beitragvon Papilio am 16. März 2009 09:20

Ece hat geschrieben:Die AKWien Seite funktioniert bei mir nicht, kannst du vielleicht den Link posten? Meinst du mit Ökostrom die Ökostrom AG oder alle Ökostrom-Anbieter?


Nein, ich meine Ökostrom AG. Oje oje da muss ich die Seite erst wieder suchen, ist schon eine Weile her. Gib einfach im Google AK und Stromrechner oder so ein :)

Bei Linnis Link kommt bei mir auch Ökostrom als teuerste Variante raus. AAE Naturstrom wäre geringfügig sogar billiger ,aber eine ein-Jahres-Bindung ist schon mal wieder etwas, was mich stört. Da müsste ich mir erstmal alles genauer durchlesen, was ich jetzt auch demnächst tun werde. Der Verbund wäre sogar um 100 Euro billiger... Ein ganz schöner Dschungel, durch den man sich da kämpfen muss.
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Beitragvon Martin am 7. April 2009 17:22

Ich habe heute meinen Stromanbieter gewechselt. Ich habe mich bei AAE Naturenergie angemeldet.
Bin schon gespannt ob es da irgendwelche Probleme gibt, gehe aber nicht davon aus. Ich denke, dass ich nach wie vor Strom in der Wohnung habe. Das einzige was sich ändern wird ist der Rechnungsleger und auch der Preis. Ich werde vermutlich drei Euro im Monat mehr zahlen - das ist es mir aber wert!
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Beitragvon Ece am 27. April 2009 10:21

@Sabine: Stimmt, die Bezeichnung Dschungel ist wirklich treffend. Verbund ist einer der billigsten Stromanbieter Österreichs, viel günstiger wird es nicht werden, aber Verbund ist auch nicht Ökostrom. Aber zumindest etwas besser als die Anbieter, die einen grossen Teil Atomstrom ins Netz einspeisen.

@Dr Zoidberg: Ich glaube nicht, dass ich von anderen Staaten irgendetwas eingefordert habe. ;) Und die Grenzen sind vielleicht jetzt erreicht, aber durch Investition in Forschung werden Grenzen in allen Bereichen erweitert, und diese Investition kann nur stattfinden, wenn sich möglichst viele Menschen für Ökostrom entscheiden.

@Martin: Danke für die Erklärung, und Respekt zum schnellen Umstieg! :upup:

Der Verbund erhöht jetzt übrigens die Preise, ob sie dann immer noch so billig sind ist fraglich, denn die Kosten-Rechner haben ziemlich sicher alle noch den alten Preis.
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Beitragvon christineberndl am 1. Juni 2009 18:42

Für mich war der Schutz der Umwelt schon immer ein Thema. Deshalb habe ich mich vor 5 Jahren für einen sauberen Stromanbieter entschieden. Ich beziehe nun Naturstrom der Alpen Adria Energie http://www.aae.at. Ich kann nur jedem diesen Familienbetrieb empfehlen. Seit 120 Jahren wird hier Naturstrom gewonnen, empfohlen vom Global 2000 und greenpeace, kontrolliert vom österreichischen Umweltzeichen.
Auch die e- Mobilität ist der AAE ein großes Anliegen, was sich in den Freimengen an Energie für E- Bikes-E- Scooter und Elektroautos zeigt.
Auch der Überschussstrom der Photovoltaikanlagen wird weit über dem üblichen Marktpreis abgenommen.
Alle hier gegebenen Informationen sind auf der Homepage nachzulesen.
Übrigens alle Kraftwerksanlagen können in der energieautarken Gemeinde Kötschach Mauthen besichtigt werden. Ein Besuch wird alle umweltbewussten Personen überzeugen.
Zuletzt geändert von christineberndl am 1. Juni 2009 19:18, insgesamt 1-mal geändert.
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